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Paula in Berlin: Introduction

(ab heute gibt es eine neue Kategorie auf meinem Blog: Paula in Berlin. Paula erzählt hier von ihren [nicht meinen!] Abenteuern, die sie als Single in der Großstadt erlebt.)

 

Freitag abend, 19:00: "Hallo mein Name ist Paula und ich habe ein Vertrauensproblem."
Ich fühle mich wie bei den anonymen Alkoholikern, nur dass ich Bier trinken darf. Darf ich vorstellen? Mein Unwort des Jahres: Vertrauensvorschuss. Mann muss sich dieses Wort schön langsam auf der Zunge zergehen lassen - V E R T R A U E N S V O R S C H U S S. Schön, nicht? Ich bin 30 und Single in Berlin. Single und Berlin und Vertrauensvorschuss. Das ist als würde man Zyankali und Dynamit frühstücken und sich wundern, wieso man Magenschmerzen hat. Oder keinen Magen mehr.

Leni im rosa Pulli

60 Minuten warten in der Kälte am Ostkreuz. Zwei weggedrückte Anrufe. Ein Strongbow Cider später sitze ich allein in der kleinen Metalkneipe. Hab mich allein auf den Weg gemacht, Berlin zu entdecken. Immer wieder kopfschüttelnd. Vom Egoismus und der Feigheit der Menschen verwundert.
Ich muss auf dieToilette, frage das nette Mädel im rosa Pulli in der Metalkneipe ob sie auf meine Jacke aufpasst. Tut sie.
Leni im rosa Pulli, Modedesign-Studentin, trinkt vermutlich etwas zuviel - jedenfalls weit mehr als ich. 3 Mexikaner später schauen wir einträchtig zusammen das WM-Spiel. Wir reden nicht viel. Sie raucht. Ich bin in Gedanken. Aber nicht alleine. Leni im rosa Pulli, mit dem niedlichen Grinsen. Sie ist noch niedlicher, als sie sich darüber aufregt, dass mich der Kerl versetzt hat. Mir geht das nicht nahe, Kapitel abgehakt. Aber das menschliche Versagen dahinter - spüre ich noch auf dem Nachhauseweg in den Knochen. Und im Herzen.
Und dann denke ich mir:
Warum Emotionen an einen Vollpfosten verschwenden, wenn ich doch weiter inbrünstig meinen besten Freund lieben kann...

Used to...

usedto

 

Ich war es schon so gewöhnt...diesen Schmerz zu spüren. Dieses latente Ziehen im Bauch - aber auf die ungute Art. Es gehörte schon so zu meinem Leben, dass ich - an den guten Momenten - die gänzlich ohne dich - oft verwirrt innehielt, meinen Puls prüfte und erstaunt feststellte, wie quicklebendig ich bin. Ich existierte weiterhin. Klar, ich vermisste dich. Aber scheinbar hab ich mich mehr vermisst. Da ist keine Aufregung, keine Wut. Kein Vorsatz, dich nicht mehr zu sehen - wir wissen ja, das funktioniert nie - es ist schlicht passiert. Ich muss mich natürlich erst noch daran gewöhnen, dich nicht als Erstes anzurufen, dich bei jeder Idee teilhaben zu lassen. Aber es lässt nach. Sicher - dich spontan nach etwas zu fragen, kam vor. Aber es kommt viel öfter vor, dass ich einfach froh bin, zu leben. Ohne dieses Ziehen. Es fühlt sich leicht an, schwerelos - vielleicht auch deshalb zweifle ich ab und an an meiner Existenz - aber es fühlt sich gut an. Nicht überschwänglich, motivationsvoll dramatisch gut. Nein, einfach. Schlicht. Unaufdringlich gut. Und es ist immer einfacher "nein" zu sagen. Hauptsächlich natürlich zu mir selber, wenn ich mal wieder in Versuchung komme, dich auf ein Bier einzuladen. Einen Film. Es ist im Grunde ganz einfach. Ich muss nur an die eiserne Wand denken, die dann zwischen uns auf dem Sofa wäre. Das Ziehen würde lauter, zu einem Stechen, mir würde kalt ums Herz werden. Du würdest den Film sehen - ich sähe das, was ich mit dir nicht haben kann - Nähe und Liebe.

Daddy

Über meine irrationale Liebe zum Annett Louisan (welch wahnsinns Frau!) hab ich ja euch schön ofter zugetextet. Über den Vatertag hab ich ebenfalls schon einmal ein wenig Lyrisches von mir gelassen, hier z. B. Und heute?

Sag ich einfach nur Danke an Annett für das wunderschöne Lied, das mir aus der Seele spricht...

 

*Und ich hab jemanden gefunden, den es stört....

Mit Kitsch und Popcorn

"Würde ich irgendwann aufhören, an die Liebe zu glauben, würde ich aufhören zu existieren."

Das stand und steht noch so in meinem "About". Und in letzter Zeit frage ich mich öfter, ob dieser Satz da noch stehen sollte. Denn irgendwie hat er seine Daseinsberechtigung verloren. Vielleicht aber auch nur ich.

kitschundpopcorn


Wenn du die meiste Zeit deines Lebens in einem Umfeld kaputter Beziehungen verbringst, Machtabhängikeit, das Ausnutzen dieser und noch einiges mehr - will man dann noch eine Partnerschaft? Ich sagte immer, JA. Denn wenn ich nicht mehr an die Liebe, die Loyalität zueinander, glauben würde, woran sollte ich dann noch glauben? An mich? Klar. Aber diese komplette Ego-Schiene war noch nie meins. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Kopf-Yoga

"Ich will meinen Kopf auf deinen Bauch legen. Und du deinen Kopf auf meinen Bauch." "Mit dir will ich nicht nur ficken. Das ist so viel mehr. Du bist so viel mehr."
"Ficken ist toll, aber ich möchte mir dir einfach nur da liegen und mich an dir erfreuen." "Wieso nimmst du meine Hand nicht?" "Freiraum?" "Kannst du mir sagen, warum du mich nicht willst?"

Und sie stand auf und ging. Und dachte nur "ich mag dieses verfluchte f*-Wort nicht."

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